Abteilung Bodenkunde

16. Langzeitfolgen des Baus einer Erdgaspipeline und Luzerneanbau als mögliche Gegenmaßnahme

Idee:
Nach dem Bau einer Erdgaspipeline wurde die dadurch verursachte Veränderung der Ackerböden erfasst. Auf einem Teil der Flächen wurde sofort danach die normale Ackernutzung fortgeführt, ein Teil wiederum jedoch mit Luzerne bestellt. Die Untersuchungen ergaben eindeutig negative Folgen des Baueingriffs. Fraglich ist, inwiefern diese nach 2 Jahren aufgehoben wurden bzw. ob die Luzerne den Prozess beschleunigen konnte. mehr...

Hintergrund:
In einer Masterarbeit wurden 2013 die Auswirkungen des Baus einer Erdgaspipeline auf physikalische Bodenkenngrößen landwirtschaftlich genutzter Flächen untersucht. Dazu wurden 4 Standorte (Borgfeld, Glasow, Dargun, Wotenick) herangezogen und a) in der Fahrspur der Baumaschinen, b) dem Rohrgraben selbst und c) dem Acker als Referenz für einen ursprünglichen Zustand beprobt. Es wurden als bodenphysikalische Kenngrößen die Vorbelastung, die Wasser- und Luftleitfähigkeit, die Lagerungsdichte und das Porenvolumen gemessen. Bodenchemische Kenngrößen waren die Bodenreaktion, Carbonat- und organischer Kohlenstoffanteil.
Anhand der Ergebnisse konnte gezeigt werden, dass durch die Überschreitung der Eigenstabilität des Bodens schwerwiegende negative Veränderungen der Bodenfunktion stattgefunden haben. Dabei hat sich die Porenkapazität und -kontinuität negativ verändert im Sinne eine Abnahme der Wasser- und Luftleitfähigkeit und des Porenvolumens.

Der Standort Dargun ist direkt nach dem Eingriff 2013 bereits wieder in Kultur genommen worden. Dort lässt sich ermitteln, wie sich die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ohne Ausgleichsmaßnahme auf den Boden auswirkt.
An den Standorten Borgfeld und Glasow ist die Luzerne (ohne Schnittnutzung) 2 volle Vegetationsperioden gewachsen und es wird ein messbarer Unterschied zum Ausgangszustand direkt nach der Bauphase erwartet. Für diese beiden benachbarten Standorte liegen zusätzlich für die 2 Vegetationsperioden Ertragsdaten vor, die in mehrfacher Wiederholung durch Technik aus dem Versuchswesen (Parzellendrescher) ermittelt wurden. Damit kann die Ertragsminderung durch den Baueingriff der Erdgaspipeline an landwirtschaftlichen Kulturen nachgewiesen werden.

experimentell
Masterarbeit
keine besonderen Voraussetzungen

Ansprechpartner: Dr. Dörthe Holthusen